Microformats revisited

Mittwoch, 14. Januar 2009

Logo der MicroformateWer spricht eigentlich noch von Mikroformaten? Vor zwei Jahren konnte man keinen Schritt tun, ohne auf einen Entwickler zu treten, der Wunderdinge von der neuen Technik erwartete. Wir haben sie damals natürlich auch auf Kommkonzept eingebaut (in der Fußleiste und im Impressum), wo sie bis heute ein unauffälliges Dasein fristet. Was ist schief gegangen?

Die Unauffälligkeit ist genau das Problem: So schön es wäre, eine Adresse, bibliografische Angaben zu einem Buch oder auch ein Kochrezept auf Mausklick aus einer Website herausziehen und möglichst automatisch in einer geeigneten Anwendung ablegen zu können – wenn man die Dinger nicht sieht, wird da nichts draus.

Schuld sind natürlich wieder mal unsere Lieblingsverdächtigen, die Browserhersteller. Selbst die neuesten Versionen sind gegenüber Mikroformaten völlig blind. Es gibt zwar einige Plugins, mit denen man Firefox oder Safari eine Brille aufsetzen kann, aber erstens ist deren Leistung noch sehr bescheiden, und zweitens ist damit der Anwenderkreis von Plugins natürlich auf Leute beschränkt, die sich schon auskennen. Und nun ist also nicht nur Firefox 3 ohne Detektor für Microformate erschienen, auch der Internet Explorer 8, der bis jetzt erst als Beta vorliegt, wird wohl keine Erkennung für MF mitbringen.

Tatsächlich zeichnet sich sogar ab, daß Microsoft mit Web Slices und Apple mit Web Clips beginnen, Alternativen anzubieten, die dann freilich zunächst nur mit der Software der jeweiligen Hersteller funktionieren. Die Chance, auf der Basis bereits vorhandener Konventionen wie vcard (für Personalien) oder vevent (Veranstaltungen und Termine) eine mit geringem Aufwand realisierbare Verbesserung der bescheidenen semantischen Auszeichnungsmöglichkeiten von HTML zu erreichen, sind damit zunächst wohl dahin.