Erfreuliches vom IE8
Dienstag, 10. Februar 2009
Seit einigen Wochen haben wir jetzt probeweise den Release Candidate des Internet Explorer in der Version 8 im Einsatz - wir sind beeindruckt. Für eine eingehende Besprechung ist es sicher noch zu früh, aber einen Punkt glauben wir jetzt schon hervorheben zu sollen: Endlich kann auch der Browser des Marktführers mit CSS umgehen. Version 8 besteht den Acid Test und verspricht damit auf mittlere Sicht, die Entwicklungsarbeit von einem ihrer ärgerlichsten und unproduktivsten Arbeitsgänge zu entlasten: Der Sicherung der Browserkompatibilität für CSS-Designs.
Version 7 war hinsichtlich der CSS-Kompatibilität noch eine Katastrophe - das Smiley des Acid-Tests war praktisch nicht wiederzuerkennen. Da der IE in den Versionen 6 und 7 aber auf ungefähr 70% aller Webstations installiert ist, und da auch der Firefox 2 noch einige Mängel im CSS-Bereich hatte, war es bis jetzt praktisch nicht möglich, Styles einzusetzen, ohne die unterschiedlichen Schwächen der Browser zu berücksichten - im schlimmsten Fall durch Verzicht auf interessante Funktionalitäten oder Angebot zusätzlicher Stylesheets.
Diese wenig befriedigende Situation wird sich mit der Freigabe des IE8 grundlegend verändern. Nicht nur der bereits im vergangenen Sommer herausgekommene Firefox 3 besteht Acid2, auch die (nach Marktanteilen) kleineren Browser wie Opera, Safari und Google Chrome sind teilweise bereits seit längerem voll CSS 2.1-kompatibel. Damit sind die aktuellen Browser, die zusammen über 99% des Marktes abdecken, uneingeschränkt CSS-fähig. Und auf der anderen Seite ist damit zu rechnen, daß die Problembrowser, insbesondere IE 6 (stolze 8 Jahre alt) und IE 7 (mit Vista auf den Markt gekommen und hoffentlich damit auch wieder verschwindend), innerhalb kurzer Zeit keine große Rolle mehr spielen werden. Das Update auf IE 8 ist auch unter Windows xp völlig unproblematisch.
Der Acid-2 -Test überprüft lediglich die CSS-Kompatibilität. Für die Evaluierung darüber hinausgehenden Browsereigenschaften, insbesondere das Document Object Model (DOM), ist der Acid-3-Test entwickelt worden - und da sieht es nach wie vor weniger positiv aus. Bestanden haben bisher lediglich die WebKit-Engine, die unter anderem in Safari verwandt wird, und ein Labor-Modell von Opera 10. Die am Markt verfügbaren Browser ereichen Spitzenwerte von (85/100) Opera 9.63 und 79/100 (Chrome) - IE 8 liegt mit 20/100 weit abgeschlagen hinten. Für die Entwickler interaktiver Webanwendungen ist der IE also nach wie vor ein großes Problem, das langsamste Schiff im Geleitzug.




